Ich liebe, als hätte ich nie zuvor geküsst. Als würde ich die Abqründe meine Seele nicht nicht kennen. Und Wahrlich, suche ich sie, so wiegen sie nichts gegen dieses unglaubliche Gefühl, dass vollkommen unverhofft in mein Leben getreten ist.
Ich sauge an meiner Zigarette als würde mein Leben davon abhängen. Die Zigarette als Sinnbild meines Glaubens. Was soll ich mir verkneifen, was mich doch so glücklich macht? Sind ein paar Momente süffisanten Glücks nicht mehr Wert als diese unvorstellbar langen Jahre des Wartens, des Wartens auf Besserung? Auf Linderung der Pein, etwas wichtiges versäumt zu haben? Ich kann es nicht sagen. Doch stürbe ich jetzt, so stürbe ich glücklich. Und stürbe ich nicht, so lebte ich glücklich. Wo also sind die Argumente, die diese Gewissheit stürzen könnten? Ich finde sie nicht, so sehr ich auch suche.
Fürwahr, ich nehme mich schon selbst nicht mehr ernst, so sehr habe ich mich bereits in den Wirren dieses Glücks, dieses zaghaften Anflugs von Erleuchtung, verfangen. Doch möge ich nie mehr den Abgrund dieser Höhen erreichen, nie mehr den ach so bedrückenden Anfang dieser Reise wiederfinden müssen. Ich möchte mich hier verlaufen, nie mehr entkommen aus dieser untilgbaren Schönheit dieser Augenblicke.
Als spräche ich zu meiner eigenen Seele, meiner wahrlich besseren Hälfte, so ist mir, wenn wir uns unterhalten. Einfache Worte, die Nähe, die Vertrautheit übersteigen alles was ich bisher kannte. Und doch bleibt dieses Gefühl, diese Aufregung wie man sie verspürt wenn man etwas gänzlich Neues entdeckt hat. Etwas, das jeder sieht, an dem jeder tausendmal vorbeiläuft, ohne dessen waren Wert zu erkennen.
Wie, als würde ich in mich selbst hineinblicken. Vertrautheit und das Prickeln tausend neuer Dinge zugleich. Mit jedem Schritt, den ich vorwärtsgehe erlange ich Erkenntnis über mich selbst.
Alles geschieht ungeplant, unbedacht, und trotzdem mit der felsenfesten Gewissheit, das Richtige zu sein. Alle Planung ist verwerflich, man kann sich selbst belügen, doch das Gewissen siegt zuletzt immer. Warum also sollte ich dich belügen, dir etwas vormachen? Erinnerst du mich doch so sehr an mich selbst. Werde ich mich am Ende selbst belügen, wie schon so oft? Doch wenn nicht jetzt die Zeit gekommen ist, ehrlich zu sein, wann dann? Kann ich es mir leisten, diese Chance zu vertun? Ich werde mein Bestes geben, und versage ich, so glaube ich zu wissen, dass du es verstehen wirst.
Ich liebe, ohne jemals geküsst zu haben. Mein Herz ist voller Abfall, Müll und Dreck; Dingen, von denen ich mir wünschte, es gäbe sie nicht. Doch reckt sich nebst allem Schlechten seit geraumer Zeit ein stolzer Turm bis in die höchsten höhen meines Gemütes. Ein Turm, so zerbrechlich, dass ich fürchte, er könne beim kleinsten Windhauch einstürzen und ich würde mich wiederfinden in den tausend scharfkantigen Trümmern dieses Wunders. Doch entgegen aller Vernunft schwankt dieser Turm selbst im stärksten Wind nicht. Oder vielleicht scheint es mir auch nur so, der ich mit verschwommenem Blick und Tränen in den Augen ob seiner Schönheit am Fuße des Turmes stehe. Und ganz oben, umringt von glitzernden Wolken, prangt in gigantischen Buchstaben dein Name.
Montag, 8. Dezember 2008
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