Samstag, 6. Dezember 2008

Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues

Etwas Altes (vom 12.August, ursprünglich veröffentlicht in meinem Myspace "Blog")

Das Selbst und das Genie

Ich banne die Dämonen
die ich fand in mir
mit diesem keinem Stifte
Auf dieses kein Papier

Sie lauern unter Tage
zehren vom Verstand
sind die Atwort auf die Frage
Die ich niemals fand

Sie kennen aller Worte
inhalt und Funktion
begraben alle Farbe
Unter Spott und Hohn

Kein Wort das ich vernehme
entgeht ihrem wachen sinn
sie drehen, ändern, feilen
An all dem was ich bin

Sie rufen Emotionen
schaffen mir Visionen
denen zu entfliehen
Mein Geist vermag nicht mehr.
Das Gerüst des Seiens
und all das was ich bin
was ist und was noch sein mag
bilden sie in mir.

erstaunt erkenne ich nunmehr,
hinter deinen Augen
versteckt in Nischen kalt und leer,
dieselben Wesen lauern

Doch nennst du sie
was mich erzürnt
und sehr beschämt
mich verwirrt
und mich so grämt
Das Selbst und das Genie?


Etwas Neues


Ein Engel kam zu mir
nahm mir meine lasten
speiste, tränkte, liebte mich
mit blicken aus der ferne

Eines Engels Schönheit
ist schwer zu übersehen
doch dieses engels antlitz
gar schrecklich doch so schön:

Allgolden das Gefieder
zerschlissne flügel bluten
des fliegens nicht mehr fähig
und doch noch nicht zerbrochen

Wangen hoch und edel
doch eingefallen ob
des hungers an der seele
die wartend dort verharrt

Den Fuße zart wie Elfenbein.
die scherben auf dem wege
zerrissen ihn gar sehr.
Haut wie flüssges Silber.
ach, rein und ohne makel
einst sie muss gewesen sein.
Augen rein wie Diamant.
bunte farben spielten
einst dort wo jetzt die leere steht.


Gott verdammt, was würd' ich geben
Mein Leben diesem Wesen.
doch bin ich selbst gefangen
fühl selbst gar schrecklich qual.

Mein Schmerz will ich vergessen,
Mein Leib, mein Leid, mein Leben.
vergehn will ich, vergeben und vergessen
zugrunde gehn in diesem Zweck.

wiederkehrn als eins mit dir,
vom höchsten aller Gipfel.
an der Sonne mich verbrennen
und glücklich lächelnd sterben.

Etwas Geliehenes
(Nietzsche: Also sprach Zarathustra)

Von den Erhabenen

Einen Erhabenen sah ich heute, einen Feierlichen, einen Büßer des Geistes; oh, wie lachte meine Seele ob seiner Häßlichkeit!
Mit erhobener Brust und denen gleich, welche den Atem an sich ziehn: also stand er da, der Erhabene, und schweigsam:
Behängt mit häßlichen Wahrheiten, seiner Jagdbeute, und reich an zerrissenen Kleidern; auch viele Dornen hingen an ihm - aber noch sah ich keine Rose.
Noch lernte er das Lachen nicht und die Schönheit. Finster kam dieser Jäger zurück aus dem Walde der Erkenntnis.
Vom Kampfe kehrte er heim mit wilden Tieren: aber aus seinemn Ernste blickt auch noch ein wildes Tier - ein unüberwundenes!
Wie ein Tiger steht er immer noch da, der springen will; aber ich mag diese gespannten Seelen nicht, unhold ist mein Geschmack allen diesen Zurückgezogenen.
[...]
Verachtung ist noch in seinem Auge; und Ekel birgt sich an seinem Munde. Zwar ruht er jetzt, aber seine Ruhe hat sich noch nicht in die Sonne gelegt.
[...]
Ja, du Erhabener, einst sollst du noch schön sein und deiner eigenen Schönheit den Spiegel vorhalten.
Dann wird deine Seele vor göttlichen Begierden schaudern; und Anbetung wird noch in deiner Eitelkeit sein!
Dies nämlich ist das Geheimnis der Seele: erst, wenn sie der Held verlassen hat, naht ihr, im Traume - der Überheld.

- Also sprach Zarathustra

Etwas Blaues

Etwas profan, but here we go:

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