Montag, 1. Dezember 2008

Jeder is seines eigenen Glückes Schmied

(Der folgende Essay war ursprünglich eine Hausaufgabe für den Gemeinschaftskundeunterricht. Als einzige Hausaufgabe, die ich ich dieses Schuljahr selbst verfasst ahbe, kommt ihr allerdings dennoch einige Wichtigkeit zu.

Evtl. nähere Ausführungen habe ich allerdings unterlassen, als mir klar wurde, dass mein erster Entwurf schon mehr als die 3 geforderten Din-A 4 -Seiten umfassen sollte. Vielleicht ergänze ich den Entwurf bei gegebener Stunde, falls ich mal nichts zu tun habe.)

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Der Spruch "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied" ist in jeder Hinsicht zunächst als metaphorisch zu betrachen, was bedeutet, dass er uns bei oberflächlicher Betrachtung nur ein müdes Lächeln entlocken und uns lediglich an Aspekte eines Themas (hier das leben bzw. das Glück im Leben), die wir bereits zu kennen glauben, zu erinnern vermag.

Geht man jedoch bei der Analyse umsichtiger vor und mehr ins Detail, so eröffnen uns Lebensweisheiten von solch allgemeiner Art oft unerwartet tiefgründige und facettenreiche Auslegungen und Erklärungen über sonst so verworrene und schwer zu ergründende Aspekte des Lebens.

Bleibt man auf der Ebene der Metaphern, so könnte man sagen, dass uns solche Weisheiten wie eine Leiter hinab in die Tiefen des Kaninchenbaus des alltäglichen Lebens führen, ein Strohhalm, an dem wie uns festhalten und von dem aus wir Beobachtungen im Inneren der Höhle anstellen können, welche uns ansonsten im Dunkeln und verborgen bliebe.

Und eben diese Schritte sind es, die ich nun mit Ihnen unternehmen möchte.

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Der "Schmied", das sind in diesem Fall wir selbst, die wir gedenken, aus unserem Leben etwas Nachhaltiges und Wertvolles herzustellen. Da man sich allerdings nur schwer vorstellen kann, auf dem Amboss sein Leben zu bearbeiten, verbildlichen (metaphorisieren ;) ) wir es doch einfach durch ein Stück Metall, sozusagen der Rohstoff, bestehend aus unseren Talenten, Fähigkeiten, unserem Wissen und unseren Ängsten, mit dem wir nun beginnen möchten, uns ein "schönes" (mehr dazu später) Leben zu schaffen.
Dabei sind wir allerdings keine Lebenskünstler, die in Sekunden aus einem Stück Ton etwas formen und teuer verkaufen, nein, zum schmieden eines Qualitativ hochwertigen Gegenstandes bedarf es weitaus mehr.

Zunächst benötigt der Schmied eine Idee, einen Plan, wie sein Werk in vollendetem Zustand aussehen soll, und welche Funktionen es haben soll. Soll es schön anzusehen, praktisch und lukrativ, oder doch etwas nützliches für die Gemeinschaft sein?
Wenn wir also wissen, wie unser Leben einmal aussehen soll, ist es an der zeit, die ersten Handgriffe zu tätigen. Es sind viele Schritte zu gehen, um von A nach B zu gelangen, und diese Schritte müssen wohl überlegt sein; wer mit seinem Hammer einfach auf sein Ausgangsprodukt einprügelt, der gelangt nie zu einem Ergebnis.

Wenn der Schmied nun weiß, wie sein Werk einmal aussehen soll und die nötigen Schritte und Techniken dafür gelernt hat, darf es auch an Durchhaltevermögen nicht fehlen. Vielleicht gelingen die ersten Versuche trotz bester Vorraussetzungen nicht, vielleicht werden ihm von gewissen Richtungen Steine in den weg geschoben (passt leider nicht in die metapher^^) doch davon darf er sich nicht beirren lassen. Allerdings muss er auch Kreativität besitzen, denn falls er einsieht, dass seine Ziele zu hoch oder sein Material ungeeignet ist für seinen Plan, muss er zusehen, wie er aus dem möglicherweise halbfertigen Gegenstand eine geeignete andere Form schafft.

Wobei wir nun an einem Punkt angelangt sind, an dem es ein paar näherer Erläuteren zu unserem Rohstoff bedarf.

Selbstverständlich ist es nicht möglich, aus jedem Ausgangsstoff (d.h. aus jedem Mensch) jeden Gegenstand zu schaffen, natürlich sind die Möglichkeiten letztendlich beschränkt. Ich gehöre bei weitem nicht zu diesen Menschen, die die Auffassung vertreten, jeder könne alles schaffen, wenn er (oder sie) es sich nur genug wünscht. Nüchtern betrachtet ist vieles möglich, jedoch nicht alles. Und das ist auch nicht weiter tragisch.
So wird aus Stahl zwar (in der Regel) nie kostbarer Schmuck, jedoch findet er in Form von Stahlträgern und eleganten Autos reißenden Absatz (naja, zur zeit ja wohl eher weniger xD).

Wie wir sehen ist es also auch wichtig, dass unser Schmied die Stärken und Schwächen seines Rohstoffes in seinen Plan einbezieht. Falls wir also unsere Talente und Fähigkeiten gut kennen, schränkt das zwar unsere Auswahl an Möglichkeiten ein, erhöht aber auch die Chance, mit dem Ergebnis unserer Arbeit glücklich zu werden, immens.

Und darum geht es hier ja immerhin.

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